Der Sheltie
Webmaster am 16. Sep 2009 10:47
“Ist das ein Mini-Collie?” Das war in den ersten Jahren die häufigste Frage beim Anblick unseres kleinen Hundes, der irgendwie mit “Lassie” verwandt zu sein schien. Inzwischen ist der Sheltie, oder Shetland Sheepdog, auch in Deutschland bekannter geworden und immer mehr Menschen ein Begriff. Der Collie im Blut ist natürlich nicht zu übersehen, aber es handelt sich keinesfalls um eine Miniaturvariante dieser Rasse, die sich im stürmischen Wetter der Shetland-Inseln bloß ein bißchen tiefer geduckt hätte.
Hütehunde gab es auf den Shetland-Inseln schon lange. Wie die meisten Nutztiere dort (Ponies und Schafe) waren auch die Hunde einfach eine Nummer kleiner. Den Collie hat man erst später in die Zucht eingebracht. Damals ging es um eine Verbesserung der Hüteeigenschaften, heute freuen wir uns aber genauso über das Aussehen dieses eleganten Hundes, den es in vielen Farbschlägen gibt: von Lassie-zobel-weiß in hellen und dunklen Varianten, blue-merle gescheckt, über tricolour bis hin zu schwarz-weiß, was neuerdings immer beliebter wird.
Der Sheltie ist trotz seiner Haarpracht sehr pflegeleicht, er verliert kaum Fell und wöchentliches Bürsten ist völlig ausreichend. Wenn es regnet, riecht natürlich auch der Sheltie nach nassem Hund, aber weitaus weniger als uns das bei anderen Rassen aufgefallen ist.
Die handliche Größe, das freundliche Wesen und die unkomplizierte Art dieses Hundes haben uns 1989 auf den Sheltie gebracht. Klein, aber kein Schoßhündchen, ein schönes Tier, das keinen Hundefriseur braucht, kinderlieb, aber Fremden gegenüber nicht aufdringlich, gelehrig und leicht zu führen, eine Rasse ohne Überzüchtungserscheinungen. Das hat uns überzeugt.
Und so sehen wir den Sheltie auch heute noch. Dabei ist Sheltie nicht gleich Sheltie, denn er passt sich sehr stark seiner Familie und deren Temperament an. Was bei diesem Hund auch bedeutet: wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Die flauschige Behaarung sollte sein Besitzer nicht als “dickes Fell” fehlinterpretieren, denn der Sheltie kann ganz schön sensibel sein. Er will, dass sich alle in seiner Familienherde wohl fühlen, dann geht es auch ihm gut.
Ansonsten macht der Sheltie alles mit, was Herrchen und Frauchen Spaß macht: gemütliches Spazierengehen, sportliches Wandern, Agility und andere Aktivitäten auf dem Hundeplatz, sogar Kunststückchen lernt er mit Eifer. Den Grundgehorsam sollte man auf jeden Fall mit ihm einüben, denn wenn der Sheltie nicht weiß, wo er dran ist, wird er schnell zum Kläffer. Man kann ihn gut daran gewöhnen, auch eine Zeit lang allein zu Hause zu bleiben und sich in der Öffentlichkeit still zu verhalten, wenn er gerade mal nicht im Mittelpunkt steht. Trotzdem darf die tägliche gemeinsame Beschäftigung nie fehlen!
Für uns ist der Sheltie mit seinem freundlichen Wesen ein Familienhund im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Teil der Familie, den man auch als solchen respektieren muss – dann kann man viel Freude an seiner aufgeweckten Art haben.
Auf die neugierigen Fragen nach dem “Mini-Collie” haben wir immer gerne geantwortet und uns besonders gefreut, wenn es nicht selten nach kurzer Beobachung und mit leicht erstauntem Unterton hieß: “Das sind wirklich richtig nette Hunde!” Ja, das soll’s geben…
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